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Mehr Sein als Schein – Folge #5

Mehr Sein als Schein • Folge #5

Wahrgenommene vs. echte Kompetenz ✨

Bis zur letzten Folge haben wir uns den Status quo angesehen: Welche Institutionen sind relevant – und welche strukturellen Ursachen führen zur verzerrten „Kissen & Farbe“-Wahrnehmung von Innenarchitekten durch Öffentlichkeit und Branchenkollegen.
Hinweis: Eine Zusammenfassung dazu gibt es in der letzten Folge dieser Staffel (Februar/März).

Richtig gehört: Es wird eine weitere Staffel geben.

Aufgrund vieler Anfragen und des Zuspruchs der letzten Wochen gibt es eigentlich keine andere Möglichkeit, als das Thema zu vertiefen, auszubauen und vor allem etwas gegen die verzerrte Wahrnehmung zu unternehmen!

Denn: Probleme nur zu benennen oder auf Papier festzuhalten, hat bislang wenig gebracht. Dafür ist das Thema zu wichtig.

Frei nach dem Satz: „Du bist das Produkt deiner Umgebung.“
Im Falle der Innenarchitektur müsste es heißen: „Die Umgebung ist dein Produkt.“ 
Von der Analyse zur Umsetzung

Die beste Analyse taugt nichts, wenn man kein Konzept für die Umsetzung findet.

  • Den Weg dahin ebnen wir in den nächsten Folgen dieser 1. Staffel bis zum Ende.
  • ? In Staffel 2 geht es dann um konkrete Umsetzungsstrategien für Innenarchitekten, um endlich wieder als ganzheitliche Ansprechpartner in Sachen Architektur innerhalb der wichtigsten vier Wände angesehen und verstanden zu werden.
  • Nur so kann der Berufsstand in Zukunft bestehen und die Chancen der Zeit wirkungsvoll nutzen.
Wahrgenommene Kompetenz – der Schlüssel zur Wahrnehmung

Um mit den gesammelten Ursachen, Daten, Fakten und Eindrücken wirklich an die oft zitierte „Wahrnehmung“ anknüpfen zu können, habe ich mich näher mit dem Thema „wahrgenommene Kompetenz“ befasst.

Der Begriff passt perfekt zur „Mehr Sein als Schein“-Reihe: Wahrnehmung findet in bzw. zwischen Menschen statt und ist daher viel weitläufiger und komplexer, als man zunächst vermuten würde.

Wissenschaftliche Basis: Jack Nasher & Co.

Da ich das (Hör-)Buch „Deal!“ von Jack Nasher bereits unzählige Male gehört habe, habe ich mir auch das Buch „Überzeugt!“ (Hörbuch > 5 Stunden) reingezogen – immer mit dem bisher erlangten Wissen aus der Auseinandersetzung mit dem Wahrnehmungsproblem der IA. So kann ich auf etablierte, mit weitreichenden Studien belegte wissenschaftliche Erkenntnisse zum Thema Wahrnehmung zurückgreifen und diese auf unsere Anwendung in Sachen IA-Wahrnehmung übertragen.

Warum das mehrere Folgen braucht

Da das Thema sehr umfangreich ist, werde ich es auf mehrere Folgen verteilen und die Kernideen kompakt herausarbeiten. Insgesamt sind es sonst fast 40 eigene Themen.

  • Zunächst fasse ich die grundlegenden Aspekte der „wahrgenommenen Kompetenz“ zusammen
  • und subsumiere sie dann in Staffel 2 auf unseren Anwendungsfall der Innenarchitektur
  • dabei überlege ich, wie sich das im IA-Alltag konkret umsetzen lässt
Das ist ein echter „Schlachtplan“ ⚔️ – und er wird noch weit umfangreicher, weshalb es ohne eine zweite Staffel gar nicht geht.

Los geht’s: – Der Joshua-Bell-Effekt

Kompetenz ohne Bühne wird übersehen: Was, wenn Weltklasse direkt vor dir passiert und du läufst trotzdem vorbei?

Das Joshua-Bell-Experiment zeigt deutlich: Ohne den entsprechenden Kontext wird selbst eine Spitzenleistung oft nicht erkannt. Joshua Bell spielte wie ein normaler Straßenmusiker in einer Metrostation, obwohl er nur wenige Tage zuvor noch in Konzerthäusern gefeiert worden war. Die Leistung war identisch, doch die Wahrnehmung nicht:

  • Menschen gingen einfach vorbei
  • nur wenige schauten überhaupt auf 
  • oder warfen etwas in den Hut

Der Autor erklärt das mit „Kunst ohne Rahmen“ und bringt als weiteres Beispiel Banksy: Ohne Galerie-Kontext wird der Wert zunächst nicht gesehen – erst ein bestimmter Rahmen machte das Motiv „Mädchen mit Ballon“ millionenwert. 

Das Ende können Sie gerne einmal googeln! 

Der zentrale Hebel: Man muss nicht mehr leisten, sondern die Leistung muss richtig eingeordnet werden, damit sie überhaupt „ankommt“.

Ähnliches gilt auch für diese Reihe: Es sind „nur“ regelmäßige LinkedIn-Posts. Würde das als käufliches Buch erscheinen, würde dem Werk wahrscheinlich mehr Beachtung geschenkt und eine höhere Kompetenz unterstellt werden – obwohl der Nutzen für die Lesenden derselbe ist.

Schauen wir mal. :D
Die drei Grundprinzipien: Warum reicht Leistung nicht automatisch?

Warum entscheidet oft nicht nur „wie gut“, sondern „wie es wirkt“? Dabei lassen sich drei Grundprinzipien identifizieren:

  • Menschen können Kompetenz schlecht beurteilen 
  • halten sie aber für entscheidend ✅
  • und in der Praxis gewinnt die wahrgenommene Kompetenz gegen die tatsächliche

Noch härter: Erfolg oder Misserfolg korrigieren den Eindruck oft weniger, als wir glauben. Das erklärt, warum „stille Leistung“ nicht automatisch Karriere macht – und warum manche trotz durchschnittlicher Ergebnisse als „Top-Leute“ gelten. Sie liefern nicht nur Resultate, sondern auch Signale.

Das bedeutet nicht, dass man übertrieben oder unwahr agieren soll – sondern dass das tatsächlich Geleistete durch die falsche „Karma“-Annahme nicht zur Nebensache wird, die irgendwann unsichtbar ist.

Frage an euch

Was sind eure Gedanken zu diesen Erkenntnissen? Gibt es Situationen im geschäftlichen Umfeld, die sich genau dadurch erklären lassen – vielleicht sogar mit konkretem Bezug auf den Alltag in der Innenarchitektur?

 

Nächste Folge + Hinweis: In der nächsten Folge gibt es die doppelte Portion Wahrnehmungs-Know-how, weil mein Vorwort zum weiteren Werdegang der Reihe wegfällt (LinkedIn lässt nur begrenzt Zeichen zu).

Hinweis: Den vollständigen Text findet ihr wie immer auf slotfix.de unter den News.

Bitte repostet meine Posts gerne, damit mehr Kolleg:innen – innerhalb oder außerhalb der Innenarchitektur – auf dieses Thema aufmerksam werden. Viele haben sich damit abgefunden und trauen sich gar nicht darüber zu sprechen.
Am 22. Januar geht es weiter mit Folge #1 der Staffel 2: „Sympathisch“ ist nicht gleich „kompetent“ 

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