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Mehr Sein als Schein – Folge #4

● Mehr Sein als Schein • Folge #4

Wie werden Architekten & Innenarchitekten eigentlich wahrgenommen?

In dieser Folge geht es um Verbände & Interessenvertretungen, die die ganzheitliche Wahrnehmung von Innenarchitekten (IA) unterstützen und voranbringen sollen – wer sie sind, was sie tun und wie erfolgreich sie dabei sind.

142.120
Architekt:innen aller Fachrichtungen (Interessenvertretung der BAK)
~640
Kammerakkreditierte IA als bdia-Mitglieder (etwas > 10%)
3.015
Heinze-Einträge „Innenarchitekturbüro“ (ca. die Hälfte der IA)
? Roter Faden: Die Akteure sind im Text bewusst entlang ihrer Rollen organisiert: BAK (Rahmengeber) → LAK (Gatekeeper) → bdia (PR/Politik/Plattform) → private Portale (moderner Medienmix).
?️ 1) Bundesarchitektenkammer (BAK)

Rolle: „Rahmengeber, Einordnung der Fachrichtungen“

Die BAK ist die öffentlich-rechtliche berufsständische Organisation der Architekten in Deutschland und beschreibt Innenarchitektur als Fachrichtung (Berufsweg & Eintragung). Sie ist nicht speziell auf IA ausgerichtet, vertritt aber auf nationaler und internationaler Ebene die Interessen der Architektenschaft.

⚖️ Einschätzung im Text: Aufgrund Föderalismus, Bürokratie und der EU-Ebene braucht es „extrem langen Atem“. Für IA wird die Chance, hier direkt individuelle Bedeutung zu erlangen, eher als schwach bewertet.

  • Politische Ebenen: Länder → Bund (Berlin) → EU (Brüssel)
  • BAK-EU-Verbindungsbüro besteht seit 1997
  • „Mindesthaltbarkeitsdatum“ politischer Arbeit bis zur nächsten Wahl
? 2) Architektenkammern der 16 Bundesländer (LAK)

Rolle: „Gatekeeper für Professionalität“

Die LAK sind öffentliche-rechtliche Landesorganisationen (Körperschaften des öffentlichen Rechts). Sie kümmern sich um Eintragung, Weiterbildung, Organisation und Interessenvertretung – plus teils zusätzliche Leistungen wie Verzeichnisse von Architekt:innen und Büros.

? Wichtiger Punkt: Im BAK-Ausschuss Innenarchitektur (2024) wurde erkannt, dass die Bauvorlageberechtigung in der Praxis stark von prüfenden Behördenmitarbeitenden beeinflusst wird – was zu willkürlichen Auslegungen führen kann (persönliche Anmerkung im Text).

  • Viele regionale Arbeitskreise/Ausschüsse → flexibler als Bundesebene
  • Näher am praktischen Geschehen durch direkte Organschaft
  • Für „Kampagnen“ fehlen häufig Budget/Handlungsbefugnis
? 3) bdia (Berufsverband)

Rolle: „PR + Politik + Berufsbild + Plattform“

Der bdia wird als bundesweit einziger Verband beschrieben, der sich speziell auf Innenarchitekt:innen fokussiert (freiwilliger Verband mit Mitgliedsbeitrag; auch Förderkreis-Mitgliedschaften möglich).

✨ Positiv: informative & kreative Ansätze (z. B. „Pixi“-Buch zum Berufsbild, das über „Kissen & Farbe“ hinausgeht).
⚠️ Kritikpunkt im Text: Themen wie „Wettbewerbe“ sind wichtig, aber die Aktualität/Umsetzung wirkt ausbaufähig (z. B. wenige aktuelle Einträge).

  • Wettbewerbe-Recherche zeigt: Filterbarkeit/Platzierung in Datenbanken kann IA faktisch benachteiligen
  • Gutachten zur Bauvorlageberechtigung: Praxis in Bauämtern teils rechtlich nicht zulässig (laut Text)
  • „Erklärungen“ (z. B. Frankfurter Erklärung 2023, Berliner Erklärung Ende 2025) – Erfolg schwer nachvollziehbar
  • Social-Media-Hebel: Erwartung an stärkere Kampagnen & Videoformate („Kompetenz sichtbar machen“)
?️ 4) Private Portale & Plattformen

Rolle: „Modernerer Ansatz im Event-, Medien- und Verlagsmix“

Diese Gruppe wird bewusst kurz gehalten, da es sich um privatwirtschaftliche Unternehmen handelt. Sie bieten Zielgruppen der Baubranche Mehrwert und finanzieren sich über Premiumfunktionen, Werbung oder Hersteller-Platzierungen.

? Beispiel Heinze: Plattform mit Produktinfos, CAD-Zeichnungen, Ausschreibungstexten, Objekt-Datenbank & Profilen. Filter „Innenarchitekturbüro“ ist vorhanden, Objekte sind u. a. nach „Bauen im Bestand“ filterbar – inkl. Kartendarstellung.

  • „Plattform zum Flexen“ (Projektpräsentation inkl. Pläne/Bilder/Gewerke)
  • Mehrwert für Kundenfindung durch Karten- & Objektlogik
  • Private Player zeigen, wie Sichtbarkeit anschaulich funktionieren kann

✅ Fazit

Die Gremienstruktur ist stark ausgeprägt (Bund ↔ Länder ↔ Ausschüsse/Arbeitskreise). Kammern sichern Professionalität über geschützte Titel und wirken durch Expertise an Gesetzgebung mit.

Kernaussage im Text: Wenn „Interessenvertretung“ als konkrete Durchsetzung/Lösung IA-Belange verstanden wird, bleibt als zentrale Institution vor allem der bdia. In Zeiten von Nachhaltigkeit & „Bauen im Bestand“ sollte er an Bedeutung gewinnen, stößt aber auf Hürden bei Wahrnehmung & Befugnissen, die mit klassischen Methoden nur zögerlich zu lösen sind.

  • Modernes Marketing (v. a. Social Media & Video) wird als großer Hebel gesehen.
  • Pull-Aktionismus: Nicht nur „intern“, sondern auch außerhalb der „Familie“ sichtbar werden.
  • „Aus allen Rohren“ mit modernen Werkzeugen kommunizieren – von außen (Verbände) und innen (eigene Sichtbarkeit).

Hinweis: Nächste Folge #5 - Die wahrgenommene Kompetenz des IA.

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